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Shared Space

Geteilte Meinung zum „Geteilten Raum“

Bericht von Friedhelm Caspari über den Bürgerworkshop vom 17.09.17

 

Geteilte Ansichten zum „Geteilten Raum“ (Shared Space“), dem Projekt zur Attraktivitätssteigerung des Ortskerns und zur Verkehrsberuhigung in Husby. Der letzte Bürgerworkshop mit den Fachleuten des internationalen Entwicklungsbüros SWECO endete mit der Erkenntnis, dass noch alles offen ist. Bei der bisherigen Vorplanung handelte es sich lediglich um eine Machbarkeitsstudie, resultierend aus den drei Bürgerworkshops. Daraus ergeben sich nun weitere Detailschritte mit Beteiligung aller Interessenten.

Nichts werde über die Köpfe betroffener Anwohner hinweg geschehen, machte Bürgermeister Burkhard Gerling vor den rund 70 Teilnehmern klar. Ergänzend appellierte der Workshop-Moderator und Leiter der Studie, der Verkehrsplaner und Ingenieur Prof. Carsten-Wilm Müller (Bremen): „Kämpfen Sie nun für eine gute Lösung, aber nicht gegeneinander, sondern miteinander!“

Die vorerst letzte gemeinsame Diskussionsrunde ergab dieses Bild: Für eine Verkehrsberuhigung und Verschönerung der Innenortsituation in Husby gibt es grundsätzlichen Zuspruch. Jedoch formierte sich inzwischen gegen das für den Dorfkern vorgeschlagene Shared Space sowie straßenbauliche Veränderungen im Bereich des Speicherhus eine kleine Gruppe von Bedenkenträgern. Deren Kritik betrifft insbesondere die Verengung der Fahrbahnen, was die Passage von größeren land- und bauwirtschaftlichen Fahrzeugen erschwere. Befürchtet wird zudem, dass noch mehr Autofahrer als bisher zu Lasten der Anwohner in den Nebenstraßen die bekannten Abkürzungen bzw. künftige Umfahrungen der Flensburger Straße (L 21) im Ortsinneren nehmen könnten, obwohl hier bereits weitgehend Tempo 30 vorgeschrieben ist.

Die geplante innerörtliche Verkehrsberuhigung der L 21 dürfte für Kraftfahrer wegen der relativ kurzen Strecke jedoch lediglich zu Sekunden oder in ungünstigsten Fällen – z. B. durch Wartezeiten hinter Bussen - zu einminütigen Verzögerungen führen, rechnete Prof. Müller vor. Ob sich da vermeintliche Abkürzungen oder Umwege lohnten, sei höchst fraglich.

Bürgermeister Gerling zerstreute Gerüchte, die Hauseigentümer der betroffenen Strecke würden zu Ausbaubeiträgen herangezogen, sogar von drohender Enteignung von Grundstücksteilen sei die Rede gewesen. Ausbaubeiträge werden nicht erforderlich sein, weil es sich nicht um Grundstückserschließungen handele. Und falls wenige Quadratmeter privater Fläche für einen verkehrlichen Umbau erforderlich seien, so werde rein gar nichts zwangsweise unternommen, so Gerling. Mit jedem betroffenen Anlieger würden nun zunächst Gespräche geführt.

„Ob es nun so wie vorgedacht oder überhaupt dazu kommt, ist völlig offen“, sagte Gerling. Die Gemeindevertretung beschließe jedenfalls erst dann über das Projekt, wenn die gesamte Planung nach Weiterführung der Bürgerbeteiligung stehe. Das könne bis zur Verwirklichung, so schätzte Prof. Müller, frühestens in zwei Jahren sein.

Unabhängig der künftig möglichen Verkehrsberuhigung, wozu auch der Kreuzungsbereich Flensburger/Glücksburger Straße zählt, werden in Husby demnächst Fahrradstreifen markiert. Diese Maßnahme diene der besseren Verkehrssicherheit, kündigte Karl-Heinz Roos (Leiter der Flensburger Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr) an.

 

Machbarkeitsstudie Shared Space